Al-Bara' Ibn 'Azib,
Allahs Wohlgefallen auf beiden, berichtete:
„Der Gesandte
Allahs, Allahs Segen und Friede auf ihm, betete in der Regel sechzehn oder
siebzehn Monate lang in Richtung Bait Al-Maqdis (= #Jerusalem ), während er es sehr gern gehabt
hätte, wenn er in Richtung #Kaaba hätte beten dürfen. Dies war der Anlass, dass
Allah den Vers: „Wir sehen, wie dein
Gesicht sich dem Himmel suchend zukehrt, und Wir werden dich nun zu einer
#Qibla wenden, mit der du zufrieden sein wirst. So wende dein Gesicht in
Richtung der heiligen Moschee, und wo immer ihr auch seid, wendet eure
Gesichter in ihre Richtung. Diejenigen, denen das Buch gegeben wurde, wissen
bestimmt, dass es die Wahrheit von ihrem Herrn ist. Und #Allāh ist dessen nicht
achtlos, was sie tun. [2:144] offenbarte.
Auf Grund dessen
verrichtete er das Gebet in Richtung Kaaba. Jedoch die Toren unter den Menschen
- und diese sind die Juden - sagten: „Was
hat sie bewogen, sich von ihrer #Gebetsrichtung (arab. qibla) abzuwenden, nach
der sie sich bisher gerichtet hatten?“ Sprich: „Allah gehört der Osten und der
Westen Er leitet, wen Er will, zu einem geraden Weg.“ [2:142] Nach diesem
Ereignis betete ein Mann mit dem Propheten, Allahs Segen und Friede auf ihm,
und als er nach dem #Gebet wegging, kam er auf seinem Weg an Leuten von den
Al-Ansar vorbei, die gerade dabei waren, das Nachmittagsgebet ('Asr) in
Richtung Bait Al-Maqdis zu verrichten, so sagte er zu ihnen, er bezeuge es,
dass er mit dem Propheten, Allahs Segen und Friede auf ihm, gebetet und dabei
die Ka'ba -Richtung eingenommen habe. Dann fingen die Leute an, ihre Richtung
so zu ändern, dass sie letzten Endes allesamt in Kaaba -Richtung standen."
(Buchari (399))
In einen anderen
Hadith Buchari (4487) heißt es:
Al-Barā (r.)
berichtet, dass der Gesandte Allahs (s.a.s.) 16 oder 17 Monate lang in Richtung
Jerusalem betete. Währenddessen wünschte er sich jedoch, dass die
Gebetsrichtung in Richtung des Hauses (d. h. das der Kaaba in Mekka) sei.
Schließlich betete
er – oder: betete er dementsprechend – ein Nachmittagsgebet ('Asr- Gebet),
wobei einige Leute mit ihm waren. Daraufhin ging einer der Männer, die mit ihm
gebetet hatten, hinaus und kam an Leuten vorbei, die in einer Moschee beteten.
Sie waren gerade bei der Verbeugung (Rukū'). Da sagte er (laut): „Ich bezeuge bei Allah, dass ich
(gerade) mit dem Propheten (s.a.s.) in Richtung Mekka gebetet habe.“
Daraufhin drehten
sie sich in der Stellung, in der sie gerade waren, in Richtung des Hauses (d.
h. der Kaaba).
Bevor die
Gebetsrichtung zur Kaaba geändert wurde, waren bereits Männer, die getötet
wurden, mit dieser Gebetsrichtung gestorben; und wir wussten nicht, was wir
über diese sagen sollten, woraufhin Allah Folgendes herabsandte: Und es ist nicht Allāh, Der euren Iman
(d. h. die Belohnung Allahs) verloren gehen lässt; wahrlich, Allāh ist
gegenüber den Menschen Mitleidig, Barmherzig. [2:143].
Buchari (3364)
berichtet von Ibn Abbas (r.):
„Als erste Frau zog
Hagar ein Taillentuch (ging bis zum Boden und Ihre Spuren wurden im Sand
verwischt) an, um ihre Spuren gegenüber Sarah zu verwischen. Alsdann nahm
Abraham sie und ihren Sohn Ismail, den sie stillte, und führte sie weg, bis er
sie zum (Platz des) Haus Allahs ('Asqalani: d. h. zum Platz, wo das Haus Allahs
ist. Damals stand die Kaaba noch nicht da) zu (dem Platz) eines großen Baums
oberhalb von (dem Platz von) Zamzam am (Platz des) oberen Ende der (Heiligen)
Moschee brachte. Damals gab es in Mekka niemanden und es gab kein Wasser.
Abraham ließ die beiden dort und stellte ihnen ein Gefäß mit Datteln und ein
Gefäß mit Wasser hin. Dann drehte er sich um und ging weg. Da folgte ihm die Mutter
von Ismail (arab. Umm Ismail) und sagte: „O Abraham, wo gehst du hin und lässt
uns hier in einem Wadi, wo es weder Menschen, noch irgendetwas anderes gibt?“
Sie wiederholte ihre Worte mehrmals. Abraham jedoch drehte sich nicht um. Da
fragte sie: „Hat Allah dir dies befohlen?“, worauf er antwortete: „Ja.“ Da
sagte sie: „Dann wird Er uns nicht im Stich lassen.“ Dann ging sie zurück.
Abraham ging weiter,
bis er zur Thanijja kam, wo sie ihn nicht mehr sehen konnten. Dort wandte er
sich mit seinem Gesicht in Richtung des Hauses (Allahs) und machte mit
erhobenen Händen folgendes Bittgebet: „Unser
Herr, ich habe einen Teil meiner Nachkommenschaft in einem unfruchtbaren Tal
nahe bei Deinem heiligen Haus angesiedelt, o unser Herr, auf dass sie das Gebet
verrichten m¨ogen. So mache ihnen die Herzen der Menschen zugeneigt und
versorge sie mit Fr¨uchten, damit sie dankbar sein m¨ogen.“ [14:37]
Die Mutter von
Ismail (arab. Umm Ismail) stillte ihren Sohn und trank von dem Wasser, bis kein
Wasser mehr im Gefäß war. Da wurde sie durstig und ihr Sohn wurde durstig. Sie
sah ihm zu, wie er nun mit seinen Füßen strampelte und sich mit seinem Körper
hin und her bewegte (arab. jatalawwa). Da stand sie auf und ging, weil sie ihn
nicht mehr so (leiden) sehen konnte. Sie fand als nächsten Hügel (wörtl. Berg)
zu ihr den Hügel Safa. Sie stieg hinauf, und wandte sich zum Wadi, um zu
schauen, ob sie jemanden sehen konnte. Sie konnte niemanden sehen.
Dann stieg sie
wieder runter vom Hügel. Als sie das Wadi erreicht hatte, hob sie ihr Kleid
etwas an und rannte wie jemand, der sich abmüht, zu (dem Hügel) Marwa. Dann
stand sie auf (dem Hügel) Marwa und schaute aus, ob sie jemanden sehen konnte.
Sie sah jedoch niemanden.Dies tat sie sieben
Mal.”
Ibn Abbas berichtet, dass der Prophet (s.a.s.)
gesagt hat: „Dies ist der Sa'i (das rituelle Laufen zwischen Safa und Marwa bei
der Pilgerfahrt (Hadsch und Umra) ) der Leute zwischen den beiden (Hügeln Safa
und Marwa).” (Ibn Abbas berichtet weiter:) „Als sie zur Marwa kam, hörte sie
ein Geräusch. Da sagte sie zu sich selbst: ‚Sahin (d. h. Pst – sei still).‘ (Aus
dem Text bei Buchari geht nicht eindeutig hervor, ob Ibn Abbas den Propheten
(s.a.s.) zitiert, oder ob es seine eigenen Worte sind.)
Dann lauschte sie
nochmals und sagte: ‚Ich habe dich schon gehört – solltest du Hilfe mit dir
bringen.‘ Da sah sie den Engel an dem Platz von Zamzam. (Asqalani: In einer
hasan (guten) Überlieferung bei Tabari heißt es: Da rief (der Erzengel) Gabriel
ihr zu: „Wer bist du?” Sie sagte: „Ich bin Hagar, die Mutter von Abrahams
Sohn.” Da sagte Gabriel: „Wem hat er euch beide anvertraut?”, worauf sie
antwortete: „Er hat uns Allah anvertraut.” Da sagte Gabriel: „Er hat euch jemandem
anvertraut, der euch Genüge ist.”)
Er grub mit seiner
Ferse – oder er sagte: mit seinem Flügel -, bis Wasser zum Vorschein kam. Da
schob sie den Sand mit den Händen zusammen, um das Wasser einzugrenzen und
füllte ihr Wassergefäß. Immer wenn sie Wasser (vom Boden) aufnahm, kam wieder
neues (aus dem Boden) heraus.“ Ibn Abbas
berichtet, dass der Prophet (s.a.s.) gesagt hat: „Möge Allah der Mutter von
Ismail barmherzig sein, hätte sie doch Zamzam nicht eingegrenzt.” - oder er
sagte: „Hätte sie nicht vom Wasser (gleich) geschöpft, dann wäre Zamzam ein
(auf der Erde fließender) Fluss geworden.“ Sie trank vom Wasser und stillte
ihren Sohn. Da sagte der Engel: „Habt keine Angst, dass ihr verloren geht, denn
hier ist die Stelle des Hauses Allahs, welches dieser Junge und sein Vater
bauen werden. Und Allah lässt nicht seine Leute verloren gehen.” Das Haus lag
erhöht, als ob es auf einem Hügel läge120 und so floss das Regenwasser (arab.
sujul) rechts und links an ihm vorbei.
Sie (d. h. Hagar)
lebte so in diesem Zustand, bis eine gemischte Gesellschaft von Leuten von Dschurhum vorbeikam, die aus der
Richtung von Kada' kamen. Sie rasteten am unteren Rand von Mekka. Da sahen sie
einen (in der Luft) kreisenden Vogel. Sie sagten: „Dieser kreist bestimmt über
Wasser. Wir kennen dieses Wadi von früher und es gab kein Wasser hier.“ Dann
sandten sie einen oder zwei Diener (bzw. Boten) aus, die zum Wasser kamen. Sie
kehrten zu ihren Leuten zurück und berichteten ihnen vom Wasser, woraufhin sie
dorthin gingen. Als sie zum Wasser kamen, war die Mutter von Ismail da. Sie
fragten: „Erlaubst du uns, dass wir uns bei dir niederlassen?“ Sie antwortete:
„Ja, aber ihr habt kein (Besitz-)recht über das Wasser.“ Sie antworteten: „Ja
(d. h. einverstanden).“ Ibn Abbas berichtet, dass der Prophet (s.a.s.) gesagt
hat: „Dies freute die Mutter von Ismail, denn sie liebte die Gesellschaft von
Menschen. So ließen sie sich nieder und schickten nach ihren Angehörigen, die
sich dann auch (in Mekka) niederließen, bis es schließlich einige Familien dort
wurden.“
Ismail wuchs zu
einem jungen Mann heran und lernte von ihnen die arabische Sprache.122 Sie
mochten ihn sehr und er gefiel ihnen, als er zu einem jungen Mann heranwuchs.
Als er schließlich reif wurde, verheirateten sie ihn mit einer Frau von ihnen.
Währenddessen starb die Mutter von Ismail.
Nachdem Ismail geheiratet hatte, kam
Abraham vorbei, um nach (seinen Angehörigen) zu schauen, die er dort gelassen
hatte. Er fand aber Ismail nicht vor. Er fragte Ismails Frau nach ihm, worauf
sie antwortete: „Er ist hinausgegangen, um für uns den Lebensunterhalt zu
erwerben.” Daraufhin fragte er
sie, wie es ihnen ging und wie ihre Lebensumstände sind. Sie antwortete: „Uns
geht es schlecht. Wir haben ein hartes Leben und haben Entbehrungen zu
ertragen.” Und sie klagte ihm so ihr Leid. Da sagte er: „Wenn dein Ehemann kommt, dann richte ihm den Friedensgruß aus und sage
ihm, dass er seine Türschwelle auswechseln soll.” Als Ismail zurückkam,
schien er etwas zu spüren. Er fragte seine Frau: „Ist jemand zu euch
gekommen?”, worauf sie antwortete: „Ja, ein alter Mann, der so und so war (als
ob sie ihn gering schätzte.). Er fragte mich nach dir, worauf ich ihm Auskunft
gab. Dann fragte er mich, wie es uns geht und nach unseren Lebensumständen. Da
sagte ich ihm, dass es uns schlecht geht und dass wir harte Lebensumstände
haben.” Da fragte er: „Hat er dich mit
etwas beauftragt?“ Sie sagte: „Ja,
er beauftragte mich, dir den Friedensgruß auszurichten und er lässt dir sagen,
dass du deine Türschwelle auswechseln sollst.” Da sagte Ismail: „Das war mein Vater. Er wies mich an, dich
zu scheiden. So geh zu deiner Familie zurück.” Und so sprach er ihr die
Scheidung aus und heiratete eine andere Frau von ihnen. Abraham blieb eine
gewisse Weile fern und kam dann zu ihnen. (Abermals) fand er Ismail nicht vor.
Da ging er hinein zur Frau von Ismail und fragte sie, wie es ihnen ginge,
worauf sie antwortete: „Uns geht es gut
und wir sind wohlhabend.” Und sie dankte Allah. Da fragte er. „Was habt ihr zu essen?”, worauf sie
sagte: „Fleisch.” Da fragte er: „Und was trinkt ihr?“, worauf sie
antwortete: „Wasser.” Da sagte er: „O Allah, gib ihnen Segen (arab. baraka) in
dem Fleisch und dem Wasser.” Der Prophet (s.a.s.) sagte: „Sie hatten damals kein Korn. Hätten sie
Korn gehabt, dann hätte er (d. h. Abraham) auch um Segen für sie in dem Korn
erbeten.” Wenn jemand – außer in Mekka – sich nur von diesen beiden (d. h.
Fleisch und Wasser) ernährt, dann bekommen sie ihm nicht gut. Er (d. h.
Abraham) sagte: „Wenn dein Ehemann
kommt, dann richte ihm den Friedensgruß aus und fordere ihn auf, dass er seine
Türschwelle festigen soll.” Als Ismail kam, fragte er: „Ist jemand zu euch gekommen?” Sie sagte: „Ja, es war ein alter Mann da, der eine gute äußere Erscheinung hatte,”
– und sie lobte ihn – „er fragte mich
nach dir, und ich gab ihm Auskunft. Er fragte dann, wie es uns geht und wie
unsere Lebensumstände sind. Da berichtete ich ihm, dass es uns gut geht.” Er
(d. h. Ismail) fragte: „Und hat er dich
mit etwas beauftragt?” Sie sagte: „Ja,
er beauftragte mich, dir den Friedengruß auszurichten und er weist dich an,
dass du deine Türschwelle festigen sollst.” Da sagte Ismail: „Das war mein Vater und du bist die
(Tür)schwelle. Er wies mich an, dich zu behalten (und nicht zu scheiden).”
Dann blieb er (d. h. Abraham) weg von ihnen für solange, wie Allah es wollte.
Danach kam er und fand Ismail, wie er gerade einen Speer unter einem großen
Baum (arab. dauha) in der Nähe von Zamzam schnitzte. Als er (d. h. Ismail) ihn
sah, stand er auf und sie begrüßten sich, wie ein Vater sein Kind und ein
Kind seinen Vater begrüßt. Dann sagte er: „O Ismail, Allah hat mir etwas
befohlen.” Er (d. h. Ismail) antwortete: „Tu, was dein Herr dir befohlen hat.”
Er fragte: „Wirst du mir dabei helfen?” Er (d. h. Ismail) antwortete: „Ich
werde dir dabei helfen.” Abraham sagte: „Allah hat mir befohlen, dass ich dort
ein Haus baue” - und er zeigte auf einen Hügel, der sich durch seine Erhöhung
von der unmittelbaren Umgebung abgrenzte. Dort zogen sie dann die Fundamente
des Hauses hoch. Ismail trug dabei die Steine herbei und Abraham baute. Als der
Bau eine gewisse Höhe erreicht hatte, kam er mit diesem Stein und stellte
diesen für ihn hin. Abraham stand auf dem Stein und baute und Ismail reichte
ihm die Steine, währenddessen sie beide sagten: „O unser Herr, nimm (diese unsere Tat) von uns an. Wahrlich, du bist
der Hörende, der Wissende.” [2:127] Und so bauten sie das Haus, bis sie
schließlich um das Haus herum schritten und dabei sagten: „O unser Herr, nimm (diese unsere Tat) von uns an. Wahrlich, du bist
der Hörende, der Wissende.