Vorteile
von Geld und Besitz
Ibn Qudama: Sufjan ath-Thauri (der in der Anfangszeit
des Islams lebte) sagte: "Geld ist die Waffe der Muslime in unserer
Zeit".
Im
Einzelnen ist Folgendes der Nutzen von Geld und Besitz:
Fürs Diesseits:
Dies ist den Menschen gut bekannt – aus diesem Grund
streiten sie sich auch um diese Güter.
Fürs Jenseits:
Wenn man selbst etwas besitzt, dann kann man es entweder
für sich selbst ausgeben oder anderen geben. In beiden Bereichen gibt es
Vorteile fürs eigene Jenseits:
1. Für sich selbst ausgeben:
Die notwendigen Güter des Lebens wie Essen, Kleidung
usw. Wenn man diese Güter nicht besitzt, dann hat man nicht den Kopf frei für
gottesdienstliche Handlungen und den Einsatz für die Einladung zum Islam.
2. Für andere ausgeben:
a) Sadaqa bzw. Spenden für Bedürftige
b) Geld für Freundschaft und Geschenke in Maßen
ausgeben, um eine schöne Beziehung mit seinen Mitmenschen aufzubauen
c) Jemanden beschäftigen und dafür bezahlen, um selbst
mehr Zeit zu haben für gottesdienstliche Handlungen und die Einladung zum
Islam. Ibn Qudama: "Alles, was du an (irdischer) Arbeit abgeben kannst und
dadurch deine Angelegenheit erledigt wird, es aber trotzdem selber machst, ist
Selbstbetrug".
Hierzu zählt beispielsweise, dass man einen Maler
bezahlt, der einem die Wohnung streicht – und der es viel schneller und
effektiver machen kann als man selbst -, wenn man ausziehen will.
In der Gesellschaft muss es natürlich ein Gleichgewicht
geben zwischen Arbeitgebern, Arbeitnehmern, Auftraggebern und
Projektnehmern.
Nachteile
von Geld und Besitz
Folgendes sind die Nachteile für die Religion:
- Man ist verführt, Sünden zu tun, die einem erst
ermöglicht werden, wenn man das nötige Geld für das Begehen der entsprechenden
Sünde hat.
- Man gewöhnt sich an ein weiches, verwöhntes Leben.
Dies ist nachteilhaft, denn es kann sein, dass man irgendwann einmal Pflichten
des Islams ausführen muss unter raueren Bedingungen, wozu man dann nur schwer
in der Lage ist.
- Das Geld lenkt einen vom Gedenken an Allah ab – ein
Problem, was fast jeder hat: Wenn man eine schön eingerichtete Wohnung mit
vielen Gegenständen hat, ist man besorgt darum, diese instand zuhalten. Jemand,
der Land besitzt, hat Angst, dass andere sein Bodenrecht verletzten. Einer, der
eine Firma zusammen mit einem Teilhaber hat, ist möglicherweise besorgt, dass
der andere ihn betrügt oder verhältnismäßig zu wenig arbeitet usw.
Der
richtige Umgang mit Geld und Besitz
Im Einzelnen sind es folgende fünf Dinge, die man
angehen kann:
- Bescheiden leben. Die Ausgaben auf das Nötige
beschränken.
- Wenn man momentan genug an Versorgung hat, keine
Angst vor der Zukunft haben, denn man bekommt alles, was Allah einem bestimmt
hat in ganzem Maße.
- Sich bewusst machen, dass man stark, unabhängig und
unbestechlich ist, wenn man nicht nach den irdischen Gütern giert.
- Den Luxus vieler Nichtmuslime und von verschwenderischen
Muslimen anschauen und dies mit der Lebensweise der Propheten und
Rechtschaffenen vergleichen. Wenn man sich immer die Biographien der Propheten
und Rechtschaffenen in Erinnerung ruft, wird es leicht, von einem luxuriösen,
auf das Diesseits gerichtete Leben Abstand zu nehmen. Und die Liebe zu diesen
irdischen Gütern wird kleiner.
- Sich mit dem vergleichen, der besser in der
Praktizierung des Islams ist und sich mit dem messen, der weniger vom irdischen
Leben bekommen hat. Dann wird man einerseits versuchen besser zu werden und
andererseits wird man sich bewusst, dass man eigentlich sehr viel von Allah
bekommen hat, was einen zufriedener macht mit dem eigenen materiellen Zustand.
Grundsätzlich muss man geduldig sein und davon ausgehen,
dass man nicht mehr viel Zeit im irdischen Leben hat. Dann wird man seine noch
verbleibende Zeit eher für gute Taten nutzen als für das Streben nach Dingen,
die ohnehin in Kürze vorbei sind.